Von Tabus, Zyklopen und lustigen Redewendungen

Von Tabus, Zyklopen und lustigen Redewendungen

Und wie bald man sich international (nicht) wiedersehen möchte.

Vergangene Woche in Lissabon erhielt ich eine Nachricht eines Fremden auf Portugiesisch über Social Media, es war zirka die dritte nach „Hallo, wie geht’s?“. Sie lautete: „Was sind die Tabus, über die du nicht sprechen möchtest?“ Eine eher unpassende Art der Gesprächseröffnung. Beim Small-Talk-Seminar: „Erkundigen Sie sich, wie man hergefahren ist“, hat er anscheinend gerade gefehlt. Ich zählte sie dann in Gedanken auf, die Tabus. Mir fiel sofort das Thema Gendern im Deutschen ein, das immer für sehr viel Emotionen sorgt. Ich denke, das war nicht gemeint. Da es blöderweise Tabus waren, fand die Online-Unterhaltung hier ein jähes Ende.

So in etwa geht es vielen von uns seit bald zwei Jahren, wenn wir versuchen, über ein allgegenwärtiges Thema nicht zu sprechen oder zu schreiben und uns wünschen, Corona, die spanische Bezeichnung für „Krone“, würde sich weiterhin alltagssprachlich auf das mexikanische Mais-und-Reis-Bier mit Limette beziehen. Doch das Spannende an Tabus ist wohl, sie zu brechen, und der alte psychologische Trick: „Denken Sie jetzt bitte keinesfalls an blaue Kronen,“ funktioniert immer noch. Und, was sind Ihre Tabus so?

Erzählen Sie mir Ihre, erzähle ich meine. Nach dem Motto: „We are even, Steven.“

Ein weiterer Ausspruch, der mir öfters beim serienmäßigen (binge watching) Folgenschauen ins Auge gesprungen ist, lautet: „Look me in the eye“ – Yes. In welches? „The eye“ klingt irgendwie verdächtig nach monatelanger Seekrankheit und Zyklopenhöhle mit Scha(r)f.

Inselromantik dank Venus

Dann lieber doch direkt auf die Insel und nicht auf dem Wasser bleiben. Ich erhielt dieser Tage ein Werbemail eines Reisebüros mit der überhaupt nicht persönlichen Frage: „Sie planen zu Heiraten?“ Schrieben sie heiraten klein, hätte ich beinahe „Ja“ gesagt. Danach kamen wunderschöne Inseln auf Bildern zum Vorschein, die das Verb fast wieder kleiner erscheinen ließen. Ich warte trotzdem dann doch lieber auf die nächste Heiratsmail. Denn wie meine Lieblingsastrologin, Frau Gerda Rogers, letzten Sonntag versprach (nicht mir, aber man bezieht natürlich gerne alles auf sich): „Ich bin überzeugt, die Venus rast nicht an Ihnen vorbei.“

Zum Thema Strand passt aus geografischen Gründen auch der vor etwas längerer Zeit getätigte Ausspruch eines Politikers zu Epidemie-Regelungen: „Und wenn etwas in Italien funktioniert, dann soll man das nicht immer neu umsetzen wollen, sondern genauso machen.“

Wie bald man sich international wiedersehen möchte

Uns verbindet ja viel mit Italien, nicht nur Melanzani, Maroni, Zucchini und vegane Reisgerichte. In Italien wird im öffentlichen Leben auch ähnlich wie bei uns verabschiedet, und zwar mit dem berühmten „Arrivederci“ – auf Wiedersehen. Wann man sich wiedersieht, das lassen wir offen. Die Portugiesen sind da zuversichtlicher und sagen liebend gerne „Até amanhã“ – bis morgen, was besonders bei nicht tagtäglich aufgesuchten Orten wie Friseursalons lustig ist. Die etwas Älteren antworten daraufhin zweifelnd: „Se Deus quiser.“ (So Gott will.)

In Madrid zeigt man sich noch zuversichtlicher und sagt beim Abschied: „Hasta luego!“ – bis später – sehr sympathisch. Wer weiß, ob sich die Wege nicht wenige Stunden später wieder kreuzen? Diese Einstellung würde auch erklären, wieso Tag und Nacht so viele Menschen unterwegs sind, sie nehmen wohl die Verabschiedung beim Wort und müssen ihr Versprechen einhalten und noch schnell einmal beim Obststand vorbeischauen. Der Taxifahrer, der mich vergangene Woche zum Flughafen Madrid führte, sagte „Adiós!“ und rief mir dann, was sehr schön war, noch ein „Hasta luego!“ nach. „I’ll be back“ – dachte ich.

Falls der böse Terminator aus dem ersten Film Ernst macht, könnten die Maschinen für einen Blackout sorgen oder aber für ein Blackout. Seitdem von dieser stromlosen Gefahr in den Medien die Rede ist, wurde aus „das Blackout“ verstärkt „der Blackout“. Man vergleiche früher: „Mit dem Sedlacek hab‘ ich auf der Firmenfeier rumgeschmust? Ich hatte wohl ein Blackout!“ und heutzutage: „Österreichische Unternehmen rüsten sich für einen Blackout.“ Verständlich vor der Firmenfeiern-Weihnachtszeit. „Österreichische Unternehmen rüsten sich für Burn-outs“ wäre vielleicht wichtiger.

Besonders gerne mag ich das Wort Level. Schon in der Volksschule, als Super Mario der Mühlviertler Sonne in den Sommerferien vorgezogen wurde, diskutierten wir, ob es nun „das“ oder „der“ Level hieße. Man brauchte wohl Suchmaschinen. Die einzigen Suchmaschinen, die wir hatten, waren unsere dicklichen Bauernhofkatzen. Sie fanden immerhin die Maus, was mir bei „Work&Travel“-Versuchen Schwierigkeiten bereitet. Ich verschustere übrigens regelmäßig den für die Maus so wichtigen kleinen, schwarzen USB-Stecker. Das in Österreich gebräuchliche Wort „verschustern“ ist befreundet mit „verschmeißen“, kann aber auch heißen, eine Chance zu vergeben, beim Fußball etwa.

Lassen wir uns die Chancen nicht entgehen, uns bald wiederzusehen.

In diesem Sinne: Bis morgen.

Barbara

Made in Austria: Warum man auch mit Worten nicht urassen soll

Made in Austria: Warum man auch mit Worten nicht urassen soll

Plus: Trick 17 als Life Hack

Das Wort ursassen (verschwenden, vergeuden) hört man in Österreich meistens in diesem Satz und in ganz verschiedenen dialektalen Ausformungen: „Geh, tu ned so urassen.“ Ụrassen mit Betonung auf u und gothischer Herkunft: ufarassjan. Es verbindet sich scheinbar gerne mit „tun“. „Urasse nicht, mein Kind!“ ist uns viel zu wenig umgangssprachlich. Jesus könnte es aber auch so in der Art gesagt haben, nachdem er extra am See See Genezareth (ich war dort, er ist wunderschön und spirituell, allerdings später) Fisch und Brot im Rahmen der Initiative „Wundersame Brotvermehrung“ an mehrere tausend Menschen verteilte.
Auch jetzt, wenn auch in Wien viele Menschen während des Ramadans fasten, ein wichtiges Thema, dankbar für das zu sein, das wir haben, und nicht zu urass’n.

Ein sympathisches Wort jedenfalls, dieses urassen. Es wird, bekommt man den Eindruck, gerne von Älteren verwendet, meist für Essen, gern gestohlene Büromaterialien (Chef: „Urassen Sie nicht mit dem teuren Schreibpapier!“) und andere mehr oder weniger wertvolle Dinge.

In der Jugendsprache dürfte es meinen Ohren nach noch nicht angekommen sein. „He, was geht mit dir? Urass nicht so mit dem Bubble Tee.“ Klingt aber gut, finde ich, und lässt sich vielfältig einsetzen. Sogar mit Objekt oder ohne.

Die Jugendlichen hätten auch allen Grund, das zu sagen, denn immerhin sind sie gerade 20 Minuten lang unten bei der U-Bahn-Station Schottentor (tolle Atmosphäre) mit Maske angestanden. So wie wir in dem Alter zu Nicht-Pandemie-Zeiten vor der Disco U4 mit (schlecht) gefälschten Schülerausweisen. Nach dem Motto: Keine Schlange ist zu lange.

Pro: In der Schlange können Gleichaltrige beobachtet und getroffen werden. Und sei es die Angst, nicht hereingelassen zu werden oder die, dass die Lieblings-Bubble-Tea-Sorte aus ist: Gesprächsthemen sind vorhanden.

Der redet falsch aka: Pack die Jause für den Dialektologie-Ausflug.

Apropos Dialekt. Viele Leute verwechseln Standarddeutsch („Hochdeutsch“) mit Mundart oder Umgangssprache. Im Dialekt ist zum Beispiel die unterschiedliche Verwendung der Fälle nicht falsch. Auch die gesprochene Sprache ist ein konsequentes, intaktes, harmonisches und in sich richtiges System. Deshalb zeigen oft gerade die, die sprachlich eher Halbwissen haben, mit dem Zeigefinger auf Leute, die sich dialektal ausdrücken.

Was zu sagen richtig ist, wie: „Du sterst erm eh ned“ (Du störst ihn eh nicht), kann nicht mit einem gekeppelten: „ihn!“ ausgebessert werden.

Klarerweise kommt es bei Mischungen von Dialekt und Standardsprache (Prohaska im Fernsehen z. B.) dann zu unrichtigen Kombinationen. Auch dann, wenn ich versuche, im breitesten Wiener Dialekt zu sprechen. Das kann ich nämlich nicht (gut). Denn in den 80er-Jahren entschieden viele Eltern in Wien und Umgebung mit den Kindern bewusst „Hochdeutsch“ zu sprechen. Bildungssprache. Diese Tendenz hat sich bis heute gehalten, allerdings lernen die meisten jungen Wienerinnen und Wiener im Arbeitsleben den Dialekt und verwenden ihn ab dann auch in ihrem Alltag.

Pro: Im Alltag sprechen wir alle meist irgendetwas dazwischen.

Trick 17 heißt jetzt Life Hack und warum wir das nicht liken

Apropos junge Wiener. Ihnen werden online von Werbung und Klick-drauf-Artikel (= auch Werbung, aber mit komischen Bildern und Geschichten) Life Hacks für „eh alles“ angeboten. Wir sagten dazu einfach Trick 17. Die „Sendung mit der Maus“ hat mir beantwortet, woher der Ausdruck Trick 17 kommt:

Die wahrscheinlichste Theorie ist, dass Trick 17 auf das englische Kartenspiel Whist zurückgeht. In der Schweiz sagt man übrigens Trick 77 – und in Finnland Trick 3. In Frankreich nutzt man système D.

Und der in vielen Sprachen um sich greifende (oder besser gesagt schlagende) englischsprachige Begriff Life Hack? Der kommt von hier:

The term life hack was coined in 2004 during the O’Reilly Emerging Technology Conference in San Diego, California by technology journalist Danny O’Brien to describe the „embarrassing“ scripts and shortcuts productive IT professionals use to get their work done.

= Der Begriff Life Hack wurde 2004 (..) vom Technologiejournalisten Danny O'Brien geprägt, um die „peinlichen" Skripte und Datei-Verknüpfungen zu beschreiben, mit denen IT-Experten ihre Arbeit erledigen.

Ursprünglich also keineswegs ein positiver Begriff.

Pro: Lieber trickseln statt herumhacken.

Noch mehr komische Werbung: die Eis-und-doch-kein-Eis

Wer spätabends noch fernsieht, den erwischt auf manchem deutschen Privatsender auch die Über-18-Werbung. So auch jene der Firma Eis, die kein Eis verkauft. Sie preist ein Produkt an (es ist kein Eis) und eine Stimme sagt:

„XY um nur null Euro.“

Kann etwas NUR null Euro kosten? Nur nichts? Ich befürchte, das ist weder mathematisch noch sprachlich auf irgendeine Weise sinnvoll.

Aber auch auf unseren heimischen Privatsendern gibt es sprachlich interessante Werbungen so wie die LIDL-Grillwerbung, die in (jedenfalls nicht Wiener, könnte ihn aber nicht ganz genau zuordnen, wisst ihr es?) Dialekt Grillfleisch-Preise herumschreit. Wahrscheinlich, weil wir in Wien, die Hochdeutsch und Wienerisch sprechen, keine Griller in unseren Nicht-Gärten haben. Dafür hat mein Garten auch nur null Euro gekostet.

Pro: Jetzt wird es wirr.

Apropos wirr:

Wirre Spekulation aufgetaucht

Gestern war ich im Botanischen Garten, in dem mich diese lustigen, fancy Schönheiten erwartet haben:

Tulpen. Botanischer Garten neben Belvedere.

Beim Heimfahren über den Ring musste ich dann wegen Demonstrationen zuerst warten und dann aus der Straßenbahn steigen.

Da ist mir urplötzlich – nach nur zwei seriösen Facebook-Videos von Frau Dr. Dr. med. Gurkensalat – alles klar geworden:

Die Wiener Linien wollten von den harten Maßnahmen 2019 des Essverbots in der U-Bahn (Leberkassemmel, ofenwarme Golatschen und Kebap) ablenken und taten sich mit der Wiener Wirtin „Bei Gitte“ und anderen zusammen, die von der Knallhart-Maßnahme „Rauchverbot drinnen“, sehr zum Unmut der 90 % Raucher-Stammgäste, ablenken wollten. Sie fuhren deshalb gemeinsam mit der über Knoten Simmering umgelenkten Bim 72er nach Wuhan. Dort zerdepperte (Wienerisch zerbrach) Gittes 30-jähriger Sohn Berti unabsichtlich sein Glas-Tupperware mit der vergessenen Knacker als Jause vom Donauinselfest 2014 darin.

„Unabsichtlich“! 😉

Corona Made in Austria statt Made in China, Hygiene Austria weiß, wovon ich spreche. Wir (meine fünf anderen Persönlichkeiten und ich) haben alles aufgedeckt. Man kann es nicht mehr abstreiten.

Weltweit reiben sich nun die Eliten der Lokal- und U-Bahnbesitzer die Hände, da dank Maskenpflicht und Schließung nun weder in Lokalen geraucht, noch in U-Bahnen gegessen werden kann oder darf.


Zum Abschluss das Wort des Tages von dictionary.com, das ihr bestimmt weder kanntet noch aussprechen könnt:

apothegm

apuh-them ]

noun

a short, pithy, instructive saying; a terse remark or aphorism.

= ein kurzes, kerniges, lehrreiches Sprichwort; eine knappe Bemerkung oder Aphorismus


Alles Liebe und eine schöne Woche. Barbara

PS: Morgen wird der Lockdown gelockert (was wiederum etwas verwirrt) und wir machen es wie die Bubble-Teenager und schlängeln uns auf der Straße, um dringend neue Socken zu kaufen.

Alte Wörter im neuen Jahr

Alte Wörter im neuen Jahr

Die Wiener Alltagssprache ist allzeit bereit.

Das neue Jahr hat viel Bewegung gebracht. Vor allem in Form von gehatschten Kilometern durch Wien. Vom neunten in den dritten Bezirk, vom neunten in den sechsten, zweiten, ersten, wieder ersten. In Außenbezirke (Stichwort Park) und zur Donau mit den Wiener Linien (so weit kommt’s noch, dass ich auch dort zu Fuß hingehe). All das, obwohl ich eigentlich nicht gern spazieren gehe. „Vorteil“: Ich lerne Wien besser kennen.

Ist der Weg lang und mühsam, spricht der Wiener von einem Hatscher, ist etwas unordentlich erledigt, ist es auch hatschert. Hatschert, wie die Diplomarbeit (und auch Doktorarbeit) einer gewissen Politikerin zum Beispiel. Vorgeworfen werden „Plagiate, falsche Zitate und mangelnde Deutschkenntnisse“, mit Plagiaten und schlechten Zitaten könnte ich leben, bei mangelnden Deutschkenntnissen in Publikationen hört sich allerdings der Spaß auf. Zwinker.

Zum Thema hatschen: Ein Klassiker jener Filme, die man zur Weihnachtszeit sieht, ist Die unendliche Geschichte. Hier beantwortet die weise alte Morna, der berechtigterweise prinzipiell alles egal ist, Atreju, wo er Auskunft bekommen kann: beim südlichen Orakel. Auch wir können zu Covid-Vorhersagen in Wahrheit nur das südliche Orakel fragen, niemand anders kann es genau sagen (außer Kurz und Frau Gerda Rogers). Das Problem des südlichen Orakels: Es ist 10.000 Meilen weit weg.

Also wieder hatschen. Nett wäre es aber stattdessen auch zu tanzen, zu sitzen (gemeint sind keine Betonstiegen bei -4 Grad) und fortzugehen. Schade: Momentan gibt es kaum Gelegenheit, sich aufzutakeln. Das bedeutet: geschminkt und hergerichtet unter die Leute gehen. Meistens ist es eher abwertend gemeint und auf Frauen bezogen, natürlich. (Wie übrigens auch ein Großteil der „trendigen“ Schimpfwörter, die sich an Männer richten.) Das Wort auftakeln stammt übrigens aus der Seemannssprache und bedeutet irgendetwas im Zusammenhang mit Segeln (unwichtig, da ich bereits auf einer Luftmatratze seekrank werde).

Da kommt uns ein weiteres Dialekt-Wort in den Sinn: betakeln. Was so viel bedeutet wie jemanden (um Geld) betrügen. Vielleicht steht das auch mit dem Schiffssegel irgendwie in Verbindung, das die Sicht auf die Wahrheit verhüllt.

Oh, chique würde manche ein Portugiese zu einer Segeljacht sagen.

(Jacht sieht direkt falsch aus, weil wir so oft die englische Schreibweise Yacht lesen und sie mittlerweile offiziell sogar auch schon im Deutschen richtig ist.)

Und bei chique denken alle sofort an Paris, Frankreisch und den französischen Lebensstil. Was auch sehr gut passt, keine Frage. Aber – das würde Franzosen gewiss nicht gefallen – wer hat’s erfunden?
Die Deutschsprachigen. Es kommt nämlich vom viel älteren Wort „schicklich“, was bedeutet: etwas gehört sich, etwas „schickt“ sich (nicht).

Schwacher Trost für die Franzosen: Dafür haben wir unseren Schackl (i bin ja net dei Schackl! = Diener) vom französischen Jacques.

Ich warte also auf den Glücksdrachen Fuchur, der mich zum südlichen Orakel fliegt und wünsche für das neue Jahr, dass wir uns alle bald wieder auftakeln, uns nicht betakeln lassen, mehr tanzen statt hatschen und uns mehr Gedanken über das persönliche Glück und das der Nächsten als darüber, was sich (nicht) schickt, zu machen.

B.

PS: Die Wörter des Jahres lauten im Hebräischen übrigens Wattestäbchen, Maske und Quarantäne. Kaum verwunderlich, wobei das Wattestäbchen bei uns noch keinen so prominenten Platz hat. „Das ist alles so 2020,“ könnte man jetzt lästern.

Was wir lieber lesen, sind die lustigsten Wörter des Jahres auf Hebräisch: pupik (Bauchnabel), spannenderweise auch pupak auf Serbisch, wie ich soeben erfahren habe, und gumatz (Kniekehle). Lustige Körperteile mit lustigen Namen. Auf einen guten Platz hat es auch chamamoret geschafft. Der Kater. Nicht der, der miaut (das wäre chatul), sondern der des nächsten Tages. Momentan hat man auch das Gefühl, als wäre Januar 2021 der Kater von 2020. Hoffentlich dauert er nicht mehr sehr lange und wir können bald wieder lustige Wörter des Jahres wählen und denken.