Der Rote Fuchs uns das Unaussprechbare

Der Rote Fuchs uns das Unaussprechbare

Von sprichwörtlichen Tieren und archaischen Tabu-Wörtern

Wie ich in meinem Beitrag Razzia im Beisl, schreibt auch jemand in der heutigen Sonntags-Kolumne im Kurier über den nicht-scheuen Fuchs in Schönbrunn (zoolos), der gemütlich neben den Spaziergehenden herumgeht. Er ist berühmt, wie mir scheint.

Ich wurde kürzlich von einem US-Amerikaner (Brasilianer sind auch Amerikaner, nur eben andere) darauf aufmerksam gemacht, dass das Deutsche sehr viele Sprichwörter und Redewendungen aus Natur und Landwirtschaft bietet. Der hat wohl einen Vogel, dachte ich sofort.

Dazu vorab eine Frage: Wenn etwas nicht klappt oder ihr bemerkt, dass morgen schon wieder Montag ist, wurmt es oder fuchst es euch?

Der Fuchs hat es also im Deutschen sogar ins Verb geschafft. In Adjektiven ist er auch zu finden, wie zum Beispiel in fuchsteufelswild. Er wird also mit Ärger und Schläue (schlau wie ein – alter – Fuchs) verbunden, weshalb man den Fuchsjungen oder das Fuchsmädchen aus Schönbrunn vielleicht nicht auf die (Weihnachts-)Palme bringen sollte.

Beliebt ist auch die Beschreibung „wo sich Fuchs und Hase ,gute Nacht‘ sagen“ (auch in der Variation einer älteren Redensart, wahrscheinlich, weil es damals auch noch mehr gab, die lautet: „wo die Wölfe einander ,gute Nacht'“ sagen). Genau dort, wo also nicht „der Bär los“ ist.

Wenn man von einem Thema mäßig begeistert ist oder lieber keine Lösung finden möchte, kann man auch sagen: „Danach kräht in ein paar Tagen kein Hahn mehr“, und „Das ist sowieso für die Katz/den Hugo“ (Oder gleich im Dialekt: … de Fisch!)

Was mir bei dem Wetter aktuell einfällt, ist das schöne Verb einigeln. Nach ein paar Stunden oder Tagen muss man aber irgendwie trotzdem wieder hinaus. Einige gehen, ganz entsprechend der neuen Corona-no-Punsch-no-more-Regel in Österreich, mit einer Thermosflasche bewaffnet spazieren. In dieser ist meistens nicht (nur) Tee sondern Haselnussschnaps, Wichtelschnaps, Rum und Sonstiges zu finden. Man muss gestehen: Angeheitert sehen die Weihnachtslichter der Stadt und die anderen Herumirrenden (unentschlossen zwischen Weihnachts-Stress und Lockdown-Langeweile) doch noch netter aus.

Wenn jemand fragt oder euch zur Schnecke machen will: Bindet ihm einen Bären auf und schwärmt vom wärmenden Früchte-Kräuter-(Willi)-Tee im Becher oder in der Thermosflasche. Wer auf den Kater am nächsten Tag lieber verzichtet, kann sich auch bei einer der hippen Bäckereien für teures, sehr gutes Brot stattdessen anstellen oder gar vor der Buchhandlung.

Sei kein Frosch!

Der Bär kommt übrigens bei uns recht häufig sprichwörtlich vor. Die frequenteste Tierbezeichnung im Deutschen ist Überraschung (ich mag Überraschungen) „Bär“, in den BKS-(Bosnisch/Kroatisch/Serbisch) Sprachen ist es „pas“ (Hund).

Doch das war nicht immer so. Die meisten der europäischen Sprachen gehen auf das Indoeuropäische zurück und der Bär ist eines der beliebtesten Beispiele für das archaische Sprachtabu. Der Aberglaube verbot die Nennung des Tiers, um es nicht herbeizurufen (wer „The Revenant“ mit Di Caprio gesehen hat, weiß auch, warum). Der uralte indogermanische Namen lautete arsa, lateinisch ursus: Wie heutzutage in den romanischen Sprachen und Sternbildern zu finden.

Die germanischen Sprachen führten wegen diesem Tabu einen anderen Namen ein: althochdeutsch bero, mittelhochdeutsch ber. Bär bedeutet wahrscheinlich einfach „der Braune“.

Auch die Slawen hatten ein ausgeprägtes Bären-Tabu. Deshalb wurde der zottlige Bär als Honigesser (ursprünglich medú jed) umschrieben und heißt heutzutage auf Serbisch medved, auf Kroatisch/Bosnisch medjved.

Doch das Tabu hat sich (wahrscheinlich aufgrund bärenfreundlicher Umstände) länger gehalten. Denn man sagt in den BKS-Sprachen weiterhin nicht, wie im Deutschen, „stark wie ein Bär“ sondern lieber „stark wie ein Wolf“ oder „stark wie ein Stier“.

Nach dem Ausflug in die Sprachgeschichte (Schüler würden vielleicht sagen: keinen Bock!) etwas vielleicht Spannenderes zum Thema Tabu. Ihr fragt euch: Was zum Geier? Gut, ich lasse die Katze aus dem Sack:

Das männliche Geschlechtsorgan wurde in mehreren indoeuropäischen Sprachen tabuisiert und das Glied genannt, also möglichst neutral als eine Extremität bezeichnet. (Falls sich einige bereits über die deutsche Bezeichnung gewundert haben.) Über neue Bezeichnungen gehe ich an dieser Stelle nicht ein, sie dürften überaus bekannt sein.

Apropos Tiersprichwörter: Bei der Überlieferung aus der Bibel klappte etwas nicht, weshalb nun Kamele statt Schiffstaue durch das Nadelöhr spazieren. Das finde ich aber nicht schlecht, sie geben ein viel schöneres Bild ab.

Auch die berühmten Schmetterlinge im Bauch sind schöne Bilder, die es zu wünschen gilt.

Gute Nacht!

Du likest Weihnachten?

Du likest Weihnachten?

Von un-weihnachtlichen Werbungen, un-kultigen Kultursendungen und davon, was auch in anderen Sprachen alles kaputt gehen kann

Ob im Radio (ich höre seit Jahrzehnten fast nur Gerda Rogers‘ Sternstunden, bei denen es zum Glück keine Werbung gibt) oder vor YouTube-Videos: Werbesprüche erreichen unsere empfindlichen Ohren.

Leider auch diese zwei Perlen, bei denen es nicht hieß „Bei einem Ohr ‚rein, beim anderen raus“, sondern: *graus*. (Ihr verzeiht die ö3-Chattersprache passend zum Thema.)

„Du likest Weihnachten? Du likest Online-Shoppen?“

Sowohl inhaltlich (Weihnachten => Online Shoppen, liebreizend) als auch sprachlich (Social-Media-Denglisch) versetzt mich diese Werbung nicht ins adventhafte Frohlocken.

Ähnlich anspruchsvoll und ansprechend fand ich auch die nächste Werbung:

„Schön ist, wenn wir daheim auch zu Hause sind.“

Sollte es zu Hause auch daheim heißen? Kann man daheim (nicht) zu Hause sein? Oder eher zu Hause nicht daheim?

Zumindest wurden keine Anglizismen randomly hineingeworfen.

Während einem meiner Lockdown-Spaziergänge mit einer Freundin, die Englisch unterrichtet (expert), versuchten wir, festzustellen, wann Anglizismen stören und wann sie unsere Sprache bereichern. Es trifft, und das gilt für alle Sprachen, das zu, was auch kürzlich ein Germanistikprofessor zu dem Thema sagte: Wenn es keine (passende) deutschsprachige Entsprechung gibt. Das heißt: Wenn uns das Wort in unserer Ausdruckweise bereichert. Das ist natürlich teilweise subjektiv. Aber „Ich muss ‚was announcen.“ und „Likest du Weihnachten?“ ist nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv grässlich.

Es gibt aber auch Erheiterndes in den Medien. Wie der Postillon-Artikel entrüstet zum Thema korrekte Sprache satirisch betitelte: „Weihnachtsreifen heißen jetzt plötzlich Winterreifen.“

Englisch. Die meisten werden während des Schulunterrichts mit der listening comprehension gequält worden sein. Rauschen, Dialekte, Nuscheln, Straßenlärm, Sich-gegenseitig-Unterbrechen und schnellgesprochene Halbsätze: eine etwas zu authentische Hörsituation. Der Traum eines jeden Lernenden. Doch ich kann jene, die ein Trauma davongetragen haben, beruhigen: Es ist nicht besser geworden. Die Qualität ist dank der neuen Medien zwar besser, zu leise aber meist immer noch. Und die Fragen wurden dafür umso verstörender. Bei den letzten eigenen Sprach-Prüfungen hatte ich das erneute Vergnügen mit dieser Foltermethode.

Stellen Sie sich vor, Sie sind Taiwanesisch-Lerner. Sie hören bei der Prüfung ein taiwanesisches Radiointerview. Der Befragte, ein Experte für Landwirtschaft, erzählt von siebzehn Schafen auf einer Weide (Sie klopfen sich stolz auf die eigene Schulter, das Vokabel Weide wurde verstanden, check), die im Herbst in die Stallungen geführt und vom Tierarzt untersucht werden.

Konzentriert und aufgeregt hören Sie dem sechsminütigen (klingt wenig, ist aber auf Taiwanesisch viel) Gespräch zu. Um rasch die Fragen dazu zu beantworten. Nun kommen die Fragen zu diesem Teil und sie lauten (wir denken konzentriert an die Schafe beim Tierarzt):

„Mit welchem Adjektiv würden Sie die dritte Frage des Interviewers beschreiben?“

„Könnte eine Kuh im Nebenstall gewohnt haben?“ (Es gibt nur eine richtige Antwort.)

und:

„An welche Romanfigur denkt der Landwirt bei seinem Lieblingsschaf nicht?“

Willkommen bei der Hörkompetenz und ich gratuliere hiermit allen Menschen, die je offizielle Sprachprüfungen ablegen mussten.

Deshalb ist auch das Telefonieren in der Fremd- oder Zweitsprache die schwierigste Art der Kommunikation. Körpersprache und Mimik fehlen und es gibt akustische Störfaktoren. Schon in der selben Muttersprache (= Erstsprache) kommt es oft zu Missverständnissen, wie uns in der Straßenbahn oft geräuschvoll und wiederholt mitgeteilt wird.

Deshalb gibt es zum Buchstabieren auch die Buchstabiertafel. Zum Ansagen der „bemmischen“ (böhmischen) Nachnamen zum Beispiel. Grundsätzlich gut, aber: Nur, wenn man die Tabelle kann oder weiß, dass sie existiert. Es wurde schon öfter von dem netten unterbezahlten Callcenter-Herren (ich gebe zu, es sind meist Damen) in Polen, Holzhausen oder vielleicht Mistelbach „Barbara Dora Victor Oran“ und ähnlich Sinnloses notiert.

Ein Freund schickte mir den Artikel „Buchstabiertafel wird geändert“. Ich war sofort dagegen. Wie alle, lese ich am liebsten nur Überschriften.

Ich mag nämlich grundsätzlich keine Veränderungen. Ich like sie nicht, wie man sagt. Auch nicht daheim und auch nicht zu Hause, was etwas völlig anderes ist.

Dann las ich aber doch nach und erfuhr, was ich nicht gewusst hatte, dass während der Nazi-Zeit die Buchstabiertafel geändert wurde und jüdische Namen ersetzt wurden. Mir kamen ehrlich gesagt Dora (wer heißt Dora? Dieser Fisch von Nemo?) und Nordpol (ich kenne höchstens einen Restaurantbesitzer mit dem Namen), beide D und N umranden meinen Nachnamen, immer schon komisch vor.

David und Nathan sind viel schöner und NAMEN, im Gegensatz zu Nordpol, Zürich und Co. Interessanterweise unterscheiden sich auch die Buchstabiertafeln von Österreich, Deutschland und der Schweiz untereinander (der Callcenter-Junge in Holzhausen hat also eine Ausrede).

Also: entweder nur Namen oder gleich Städte. Stadt-Land-Fluss spielende Freistunden-Schüler helfen gerne aus.

Mit Schülerinnen und Schülern lässt sich in großen Klassen gut spielen: Jede/r ist ein Buchstabe und sie stellen sich in der Reihenfolge der Wörter, die ein Kind tabellenbuchstabieren muss, auf. Kann auch mit Katzen, Wichteln, Pünschen oder Weihnachtsverwandten gespielt werden, falls genug vorhanden.

Während der Corona-Bestimmungen kommt es zu vielen Meldungen darüber, wie viele Feiernde zugelassen sind. Trost ist: es geht allen weltweit gleich. Letzte Woche las ich bei einer portugiesisch-sprachigen Freundin:

„Zu Weihnachten dürfen neun Leute ohne Probleme eingeladen werden.“

– Finde einmal neun Leute ohne Probleme.

Schön, dass der etwas belämmerte (Thema Schaf), aber trotzdem lustige Witz auf Portugiesisch und auf Deutsch geht: sem problema.

Aus dem Portugiesischen kommt übrigens sprachlich recht wenig, wir sind leider doch weit voneinander entfernt, aber etwas Bedeutsames: unsere Marmelade nämlich, pt. marmelo (Honigapfel/Quitte).

Doch auch die portugiesisch-sprachigen Länder haben nicht allzu viele Germanismen. Dafür aber den Hamster, o hamster. Wir haben auf Deutsch auch das Verb dazu: „hamstern“ – und im Corona-Jahr ganz ganz wichtig: Hamsterkäufe. (Würde ich jetzt zwei Hamster kaufen, wären es auch Hamsterkäufe trotz der niedrigen Hamsterzahl, was sich dann aber schnell ändern könnte.)

Coronasprache. Gestern stand im ORF-Teletext (grundsätzlich Lob für das Thema Sprache): „Corona verändert Wortschatz (haben wir hier bereits festgestellt). Kein anderes Thema hat den Wortschatz heuer derart stark geprägt. 1.000 neue Wörter und Wortverbindungen hat das Leibnitz-Institut für deutsche Sprache gesammelt.“ Sehr interessant! Eigenartig finde ich den Zusatz „heuer“, wichtiger wäre doch der Vergleich zu anderen Jahren und Ereignissen.

Welche Sender schauen wir außer ORF? Arte. Arte? Arte hat den Ruf, ein Kultursender zu sein. Kürzlich starb Diego Maradona. Also sendete Arte zwei Reportagen dazu. Ich habe nur einen kurzen Teil der ersten aus dem Jahr 2006 gesehen. Mich überkam ein ähnlich warmes, behagliches, wohlig schönes Gefühl wie bei dem Liken von Online-Shoppen. Ein „lustig-zynisch-keine-Beziehung-zu-Fußball-habender“ Sprecher sagte zu Maradonas Erfolg bei Napoli:

„Endlich haben die einfachen Süditaliener, die Terroni

– wortwörtlich Erdmenschen/Erdfresser, diskriminierender Begriff, verwendet von Norditalienern der ganz rechten Seite, nicht die rechte Seite am Fußballplatz ist gemeint (kann im Spaß als Schlagabtausch zwischen Italienern vielleicht verwendet werden, das war’s dann auch) –

… jemanden zum Anhimmeln gefunden.“

Danke Arte für diese kulturell tiefschürfenden Erkenntnisse. Sie erinnern an eure großartige, geschmackvolle „Love Rituals“-Reihe mit der gebildeten Kultur- und Sexexpertin Charlotte Roche in Israel, Japan und anderen Ländern.

Es ging beim Thema Maradona noch weiter. Thema Gewalt am Fußballplatz:

„(…) Gewalt, die für Südamerika, wo Armut und Chaos Hand in Hand gehen, so typisch ist.“

Ein schönes sprachliches Bild, in dem Armut und Chaos Hand in Hand gehen. Mehr braucht man dazu nicht zu sagen.

Ich gehe auch gerne Hand in Hand mit dem Chaos, hebräisch balagan, das seinen Ursprung übrigens wiederum in der mittelalterlichen Unterhaltungsform der Commedia dell’arte hat.

Zu guter Letzt ein erheiternder Germanismus im Englischen, den ich netterweise erhalten habe. Ich finde übrigens natürlich, es gibt auch schöne Anglizismen im Deutschen.

„The washing machine is suddenly kaput.“ 🙂

Oder auch: „Her marriage went kaput.“

Ganz selten lässt sich sogar das Wortbildungsprodukt kaputness finden! Great.

„The latest celebrity schism moved further toward official kaputness when Carmen Electra filed for divorce from rocker Dave.“

Gerade in enden-wollenden Beziehungen (zwischenmenschlich oder mit Waschmaschinen) dürften sich kaput und die kaputness bewähren.

Kurz vor dem Ende: Falls es hebräisch-studierende Japanologen unter euch gibt: Ich hörte in der Serie das Wort muzukashii (難しい), schwierig, auf Japanisch und es erinnerte mich sehr an hebräisch schwierig: kashe (קָשֶׁה).

Woraufhin ich mich in spannenden Blogs zur japanischen Sprache verlor und sah, es gab vielleicht (wenig aber doch) Einflüsse aus dem Hebräischen. Ob es Zufall oder Verwandtschaft ist?

Ich werde es wohl nie erfahren. Ich habe dafür aber sehr interessante Seiten zu dieser aufregenden Sprache gefunden, falls jemand in Nach-Lese-Stimmung ist:

Ein Blog zum Japanisch- und Kanji-Lernen.

Die Japantimes zum Thema Sprache,

und: Judaism & Japanese Culture, und noch ein Blogeintrag zu allen Ähnlichkeiten und dieser Theorie.

Ich hoffe, ihr habt die heutige Lektüre geliket. Geliked. Geleikt. G’leigt … und wünsche eine wunderschöne Woche.

Barbara Berta Anton Richard

Tokio 2019

Razzia im Beisl – fünfzehn ausländische Wörter festgenommen

Razzia im Beisl – fünfzehn ausländische Wörter festgenommen

Wann wir eindeutschen und wann die anderen ausdeutschen.

Das umgangssprachliche Beisl für ein kleines Lokal (eine „Kneipe“), in dem hauptsächlich getrunken wird, ist Bestandteil des österreichischen (zugegebenermaßen Tag- und) Nachtlebens.

Ende November hat man es da leichter und kann ab etwa 15:32 Uhr schon vom Nachtleben sprechen. Unpraktisch gleichzeitig wiederum heuer, dass Christkindlmarktpünsche und Beisln gelockdowned (= geschlossen oder gar nicht erst aufgemacht wurden). Nein, auch nicht mit Masken und Elefantenkleinkindern geöffnet.

Ich entschuldige mich an dieser Stelle bei den Leserinnen und Lesern auf Zeitreise, die ahnungslos Blogs aus der Zukunft lesen wollten und einen aus dem Jahre 2020 aufgeschlagen haben. Sie müssen uns für verrückt halten und den Pallawatsch (Herkunft: ital. balordaggine = Tölpelei, Bedeutung: Wirrwarr) bzw. das Tohuwabohu (hebräisch תהו ובהו tōhū wā-bōhū, Bedeutung: Wirrwarr) nicht verstehen.

Corona-Wirrwarr.

Zurück ins Beisl. Das Wort hat seinen Ursprung im Jiddischen bajis (vgl. auch Hebräisch bait בַּית), was einfach Haus heißt. Auch viele andere Wörter unserer Verkehrs-/Umgangssprache und Mundart stammen teils über den Umweg der Gaunersprache, dem Rotwelsch, teils direkt aus dem Jiddischen: tschechern (das Tschocherl = Beisl), meschugge, koscher, schmusen, Schlamassel und zocken. Auch Tach(e)les sprechen und mehr. (Wir alle sollten vielleicht öfter mal Tacheles sprechen.)

Aber auch italienische Begriffe haben sich nichtsahnend auf einen Teller Spaghetti zu uns gesetzt und haben – so schnell konnten sie gar nicht schauen – eine neue Bedeutung verpasst bekommen.

„Razzia!“, wird in Film und Realität warnend gerufen. Jeder weiß, was das bedeutet. Außer die Italiener. Die sagen nämlich natürlich nicht razzia, das klingt im Original zu harmlos. Sie verwenden dafür lieber ein gefährlicheres Wort. Und das nehmen sie, wie könnte es anders sein, aus dem Deutschen. Eine großangelegte Polizei-Aktion ist in Italien ein blitz.

So lautet beispielsweise eine Schlagzeile von SalernoToday:

Blitz nei locali della movida a Salerno: scattano 9 chiusure, rissa nel centro storico

= Razzia in den Bars des Nachtlebens in Salerno: 9 Schließungen, Schlägerei in der Altstadt

Ein ganz normaler Abend also. Wir können es allerdings besser!

oe24 berichtet: „oe24 (aha?) mit Polizei bei Lockdown-Razzia: Dutzende Verkehrs- und Covid-Sünder bekamen bei Kontrollen eine auf den Deckel.“

Wunderschöne Zusammensetzungen, wie ich finde! Auch brav mit Bindestrich. Auch den Deckel liken wir 👍. Lockdown- und Corona-Razzia sind meiner Meinung nach Teil der trendigsten Wörter 2020. Habt ihr noch mehr für mich?

Der Artikel geht im Anschluss noch unterhaltsam weiter:

„Ich habe vor zwei Tagen zum letzten Mal Drogen genommen“, beteuert ein Lenker mit auffallend großen Pupillen. 

Wir lassen das unkommentiert.

Vor allem, wenn es ums Essen geht, verwenden wir sehr gern italienische Wörter. Auch wenn sie zweckentfremdet wurden und ihre Einzahl ihnen abhandengekommen ist. Nach dem Motto: the more, the merrier. Oder so.

Verständlich jedenfalls: Wer möchte schon nur eine Portion Lasagne, ein kleines (sowieso zu teures) Panini, einen einzigen Paparazzi (sad, very sad!, wie Trumpf sagen würde) oder ein mickriges Graffiti? Einzeln gibt all das wenig her.

Deshalb sagen wir – anders als die Italiener – auch bei einem Stück nicht lasagna, panino oder paparazzo. Das klingt in einem deutschen Satz auch nicht schön.

Solange ich nicht mit Italienern spreche, sage ich, vor allem um nicht „obergescheit“ zu sein, auch den Mehrzahlbegriff für die Einzahl. Immerhin wurden diese Wörter eingedeutscht. Ich rufe auch nicht belämmert: „Ragazzi, wo sind unsere Pizze?“

Bei Kaffee hingegen darf mittlerweile überall der italienische Plural verwendet werden. Hier hat er sich herumgesprochen. Wir können alle sehr lässig „zwei Cappuccini“ oder „fünf Espressi“ (nach dem Abend im Online-Beisl) bestellen.

Doch Vorsicht, Falle: Die Italiener sind gerissen. Sie erkennen Unitalienischkeit trotz der Mehrzahl sofort. Und zwar dann, wenn man nach 12:19:25 Uhr (nach der ersten salzigen Mahlzeit) einen Cappuccino bestellt. Verboten!

Übernommen hat das Italienische neben dem blitz in neuer Bedeutung auch das Wort Hinterland, das wir selten verwenden, im Italienischen aber als hinterland fixer Bestandteil der Sprache ist (geografisch) .

Lustigerweise sagt in Italien niemand „picobello“ (sehr fein): „piek“ aus „piekfein“ dürfte in den Niederlanden italianisiert geworden sein und -bello kann man schließlich überall anhängen. (Wie auch Bello. Witz des Jahres.)

„Pasta asciutta“ bzw. „Bastaschuttaaa“ (wortwörtlich trockene Pasta, das hängt von der möglichen Saucenkombination ab, also die Nicht-Suppen-Pasta) wird anders verwendet. Und unsere Sauce „Bolognese“ aus Bologna ist in Italien einfach ragù.

Hunger bekommen?

Nun, bei dem Novemberwetter darf genascht werden. Ich werfe auch nicht mit Namen italienischer Süßspeisen um mich, versprochen.

Gestern ging ich bei Sonnenuntergang (also am frühen Nachmittag) durch den Schönbrunner Park, der eine aufregende unheimliche November-Stimmung inklusive gähnendem Fuchs für mich parat hielt. Bei all dem Nebel wird es leicht gruslig, vor allem, wenn man sich an keinen heißen Corona-Punsch oder Tee (mit oder ohne) klammern kann.

unheimlich ist ein Germanismus im Französischen, ohne Entsprechungen. Schön langsam sollte ich mir Sorgen um den Ruf unserer Sprache machen. Doch zum Trost: es gibt auch gemütlich im Französischen. Sehr sympathisch.

Apropos unheimlich: Auch der poltergeist und die gestalt (vgl. „the emotional gestalt of the film“) sind Germanismen des Englischen.

Bei all dem Gruseln schon ins shvitzing gekommen? Keine Sorge, ich bin schon am Ende angelangt und störe die lustigen vier möglichen Corona-Aktivitäten nicht weiter, die da wären: Arbeiten, Schlafen, Haushalt und – jetzt wird es heiß – bei etwa null Grad sinnlos Herumspazieren oder im Kreis Joggen.

Und, habt ihr mitgezählt, haben wir schon 15 ausländische Wörter festnehmen können?

Ich muss jetzt los zur Pizzeria, auf eine pizza fritta vor der Pizzeria Quartier und einen Glüh-Negroni. Es wird immer wilder.

Die hebräisch-japanische Verbindung und ein paar Italienismen bleibe ich bis nächste Woche noch schuldig. Ihr wisst ja, Pünktlichkeit und so… Scusate!

Buona serata, ragazzi! Und schöne Vorweihnachtswochen!

Schönbrunn weihnachtlich.

In Coronazeiten werden wir zu ‚middle-aged hausfraus‘

In Coronazeiten werden wir zu ‚middle-aged hausfraus‘

Ich erinnere mich an den März dieses Jahres, als ein Mitglied von Universitas, eine Übersetzerin und Rechtschreib-Trainerin (mit einem interessanten Blog zum Thema Rechtschreibung), ein Webinar gehalten hat. Beim Thema Zusammenschreibung ging es um Wörter wie Coronakrise vs. Corona-Krise. Darüber gibt es im Deutschen Folgendes zu sagen:

Zusammenschreibung ist möglich und erwünscht. Und heutzutage zu selten. Durch den Einfluss der englischen Sprache bzw. der pseudo-englischen Werbesprache glauben immer mehr Menschen, man könne zusammengesetzte Wörter (meist Substantive) als Wörter nebeneinander und ganz ohne Bindestrich schreiben. Was teilweise nicht einmal in der englischen Sprache richtig wäre.

*Computer Anleitung, *TV Geräte, *Marketing Anfragen usw.

Germanistisch Interessierte oder Menschen mit ausgeprägtem Sprachbewusstsein weinen meist kurz oder sehen geschockt weg. Für uns sieht eine solche Aneinanderreihung aus wie:

Salat Schirm Kakadu Presse Konfe… (-renz hättet ihr gerne) …tti

Gut, wir sind also für Zusammenschreibung. Bei der Form gibt es manchmal aber die Notwendigkeit der Bindestriche: die bessere Lesbarkeit. Bei mehr als drei (Wort-)Teilen empfiehlt sich die Bindestrichschreibung. Außer natürlich genau hier bei ‚Bindestrichschreibung‘ – ich bin wahrlich sehr überzeugend – weil Bindestrich als ein Wort wahrgenommen wird.

Man vergleiche: Vorweihnachtszeitwichtel und Vorweihnachtszeit-Wichtel oder Konfettifaschingsfeier und Konfetti-Faschingsfeier.

Apropos(ito): Die Italienischsprachigen sagen übrigens zu Konfetti nicht Konfetti (wie auf Deutsch, Englisch, Schwedisch usw.) sondern ‚coriandoli‘. Denn ‚confetti‘ gibt es auch bei Faschingsfeiern und Hochzeiten. Sie sind aber Konfekt (aus Mandeln und Zuckerguss). Eine Verwechslung ist allerdings nicht so tragisch, bei Feiern darf beides verschenkt, in die Luft geworfen oder gegessen werden.

Zurück zur Schreibweise.

Genauso schreibt man auch bei ungebräuchlichen Wörtern Zusammensetzungen mit Bindestrich. Leider wurde Corona dieses Jahr sehr gebräuchlich, was zwar die Wortbildung produktiv, das Sozialleben eher unproduktiv machte.

Deshalb kann ich 2020 problemlos „Coronazeiten“ schreiben. Bei Coronakochen wird es schwieriger, hier empfiehlt sich „Corona-Kochen“. Oder gleich bestellen ;).

Schön und gut. Was hat es jetzt mit den ‚hausfraus‘ auf sich?, fragen sich jetzt einige entnervt. Wir kommen gleich dazu … fast gleich.

Dank meinem Blog bekomme ich von lieben Bekannten momentan Zusendungen mit Beispielen, was mich sehr, sehr freut! Und ich bitte um weitere Wörter und Sätze.

A) Das Wort ’schadenfreude‘ ist ein Germanismus im Englischen. Das wundert mich jetzt (nicht). Böse Zungen würden behaupten, sie sei typisch für Deutschsprachige. Das kann ich keineswegs bestätigen. Deutsche Fußballfans umarmen sich lange und küssen einander lachend mit Tränen in den Augen, wenn am Feld der Gegenspieler vor dem Tor danebenschließt. Sie würden nie hämische Kommentare äußern oder „Jawollllll!/Genau!/Harhar!“ herauspressen und dabei Schadenfreude empfinden.

B) Eine spannende Parallele, für jene, die sich das englische Wort für Mehl (so wie ich) nie merken: Auch das englische ‚mealy‘ heißt mehlig. Beide Wörter haben indogermanische Wurzeln, sichtbar auch im Lateinischen ‚molere’/malen. Das englische Wörterbuch steigert brav. Es zeigt an „Adjektiv“ und die Steigerungsformen ‚mealier‘ und ‚mealiest‘. Fraglich ist hier, in welchen kommunikativen Kontexten diese Steigerung auftritt. „Welcher ist der mehligste Kuchen?“ „Haben Sie noch mehligere Müller?“

C) Unter dem Mehl bzw. Getreide liegt übrigens der Hund begraben. Eine weitere Zusendung kommt aus dem Schloss Heidenreichstein. Hier wurde meiner Zusenderin bei der Burgführung erklärt, der Ausdruck „auf den Hund kommen“ rührt daher, dass zur Bewachung/zum Schutz auf den Boden der Truhen ein Hund gezeichnet wurde. War das Getreide aufgebraucht, ist man auf den Hund gekommen.

D) Sehr zum Lachen brachte mich ‚hausfraus‘ – ein lustiger Plural mit -s zum Germanismus. Er stammt aus einem Buch mit Horrorgeschichten in englischer Sprache. Aus der Geschichte Mefisto in Onyx von Harland Ellison:

„And only then, innocent of anything but decency and rare human compassion, did Henry Lake Spanning begin to understand what it must look like to middle-aged hausfraus, sneaking around dumpsters to pilfer cardboard boxes, who see what they think is a man murdering an old woman.“

Und an manchen Tagen dieser Coronazeit fühlen wir uns doch alle wie middle-aged hausfraus der Vorstädte.

Nächstes Mal geht es unter anderem um eine Vielleicht-Freundschaft zweier Wörter aus den Sprachen Japanisch und Hebräisch und das Problem der sprachlichen Vielleicht-Freund-/und/oder-Verwandtschaften. Zum Thema Englisch und Japanisch empfehle ich den Fans der Thriller und interkulturellen Geschichten die japanisch-britische Serie Pflicht/Schande, im Original: Giri/Haji. ありがとうございます。(Danke.)

… für Ihre/eure Lesezeit und bis nächste Woche!

Wir schmusen international – ein Wort auf Weltreise

Wir schmusen international – ein Wort auf Weltreise

Was „schmusen/schmoozen“ auf Deutsch, Jiddisch und Englisch bedeutet, woher es kommt und wann schmusen auf der Firmenfeier erlaubt ist.

„Und, habt’s ‚rumg’schmust gestern?“

Im Deutschen verwenden wir diesen Ausdruck umgangssprachlich für knutschen, liebkosen, streicheln, umarmen. Aus (hoffentlich) jüngeren Jahren kennen wir die Beschreibungen „auf der Party wild/ur herumschmusen“, was meist zwei küssende, sich umarmende Personen und zu viel Alkohol beinhaltet. Auch die Schmusedecke der Babys, Katzen (und selbstverständlich der von Linus der Peanuts) ist allen ein liebgewonnener Schmuse-Begriff geworden.

Wenn Kollegen und Kolleginnen, Chefinnen, zufällig Anwesende und Praktikanten etwas zu viel erwischt haben und die berüchtigte Firmen(weihnachts)feier (üblicherweise in Nicht-Corona-Jahren) in vollem Gange ist, kommt es – heimlich oder vor allen – auch hier zu Schmusereien. Öfter, als man glauben sollte.

Im Nachhinein meist etwas peinlich – falls man sich daran erinnern kann.

Im englischen Sprachraum ist das ganze weniger unangenehm und wird sogar geplant.

„I’ll have to schmooze to save my job.“

Es ist abends und ich sehe die Netflix-Serie „Love“ über zwei Mitdreißiger in Kalifornien, die fast nichts richtig machen und sich trotzdem über viele Umwege und skurrile Eskapaden irgendwie glücklich verlieben. Weil ich sie im Original sehe und die Untertitel einblenden lasse, schrecke ich auf, als ich diesen Satz höre und lese. Die Protagonistin Mickey ist auf dem Weg zur Firmenfeier. Sie hat ihren Chef verärgert und muss es irgendwie gut machen.

„I’ll have to schmooze to save my job.“

Ich drücke auf Pause. Besonders glücklich macht es mein germanistisches Ich, ’schmooze‘ tatsächlich mit „sch“ geschrieben zu lesen.

Auf Englisch bedeutet ‚to schmooze‘ (übrigens ebenfalls umgangssprachlich verwendet) allerdings nicht herummachen/knutschen, sondern tratschen (chat), sich anbiedern:

Talk with someone in a lively and friendly way, typically in order to impress or manipulate them.

– Was natürlich auf Firmenfeiern vollkommen normal ist. 😉

Interessanterweise sagt uns der Duden, dass es auch im Deutschen diese Bedeutung des Worts „schmusen“ gab: sich bei jemandem anbiedern, jemandem schmeicheln wie z. B. dem Chef schmusen. Ich glaube, sie in dieser Weise einmal bei meiner Großmutter gehört zu haben und daraufhin Witze gerissen zu haben, bin mir aber nicht sicher.

Gemeinsame (Sprach-)Wurzeln

Befragt man die englisch- oder deutschsprachigen Etymologien dazu, bekommt man spannende Anworten:

Deutsch:
In der Umgangssprache allgemein verbreitet. Zugrunde liegt Hebräisch „Erzählung, Kunde, Gerücht“ auf dem nun in der Bedeutung auch „Geschwätz, Schmeichelei“ beruht. Wie viele Worte ist es über Rotwelsch Schmus (Erzählung, Geschwätz) Teil der Alltagssprache geworden. Seit dem 18. Jahrhundert verwenden wir dieses Verb ’schmusen‘ als sich anbiedern, zärtlich sein.

(Amerikanisches) Englisch:
Das Wort wurde im späten 19. Jahrhundert aus dem Jiddischen ’schmuesn‘ übernommen. Mit Ursprung im Hebräischen: ‚שמועות‘ zu Deutsch: Gerüchte (was gehört wurde). Ursprünglich wurde dieses Wort in der jiddischen Bedeutung ‚chat‘ im Englischen verwendet. Die Bedeutung hat sich auch verändert, eigentlich erweitert. Heutzutage ist damit auch ’network‘ gemeint. Außerdem kam zur intransitiven Verwendung auch die transitive dazu: nun können wir ’s(c)hmooze somebody‘ oder ’schmooze with somebody‘. Geschrieben wird es mit und ohne „c“ in „sch“.

Wie wir sehen, oder in diesen Fällen vor allem hören, arbeitet die Sprache kreativ. Es müssen meist keine neuen Wörter gebildet oder gefunden worden. Vorhandene Begriffe werden in ihrem Bedeutungsspektrum erweitert. Zu „netzwerken“ (was im Deutschen so noch nicht wirklich gut klingt) war immer schon sehr wichtig. Heutzutage spricht man allerdings viel darüber, über das Sprechen.

Alles paletti?

In einem der nächsten Beiträge geht es um ‚paletti‘, das in Italien völlig unbekannt ist und dessen Ursprung auch im Hebräischen vermutet wird. Und um den „Zoff“, (derzeit eines der Lieblingswörter der Jugendlichen), der von Hebräisch (schlechtes) Ende kommt: סוף

.סוף Ende.

Nachtrag: Ein Ausflug zum Trottel, mit dem man besser nicht schmust.

Thema meines vor wenigen Tagen geführten Telefonats (in Wahrheit Sprach-WhatsApp-Nachrichten) waren Corona-Sperrstunden mit meiner sizilianischen Freundin.

In Italien (wie übrigens auch Portugal) gelten sie ab 23:00, in Österreich ab 20:00. Ich sagte zu ihr: „Ihr habt es gut! Bis elf, da ist immerhin mehr Zeit.“ Sie entgegnete: „Ja, das bringt auch nicht viel. Es ist Winter, kein Mensch auf der Straße. Mein Sohn hat sich mit seiner Verlobten ins Auto gesetzt und ist herumgefahren. Absolut unsinnig, im Kreis durch die Innenstadt, „come una trottola!“ – wie ein Kreisel. Wir beide mussten lachen. Wie ein Trottel, hätten wir dazu wortwörtlich gesagt.

Ich bin seitdem fest überzeugt (Frau Rogers würde sagen: Ich bin sicher überzeugt <3), unser Trottel kommt nicht vom ‚trotten‘ (woher das kommt, weiß niemand) sondern von ital. ‚trottola‘. Denn die Herkunft ist, so steht es geschrieben, nicht sicher geklärt. Nun wäre sie es. Gern geschehen.

Buona giornata! !יום טוב

Schönen Tag!

Und bis nächste Woche.

Schmusekatzen